Somatische Morgenroutine: 3 somatische Übungen für einen regulierten Start in den Tag
Aktualisiert: 15. Aug.
Starte entspannt, verbunden und mit mehr Leichtigkeit in deinen Tag.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du öffnest morgens die Augen und noch bevor du richtig wach bist, beginnen deine Gedanken zu kreisen. Du denkst an Termine, Aufgaben oder Nachrichten, die auf dich warten. Vielleicht greifst du automatisch zum Handy und scrollst durch Instagram, TikTok oder Youtube oder liegst erst einmal mit einer bleiernen Schwere in deinem Bett und selbst der Gedanke an Aufstehen überfordert dich. Und dann wird es irgendwann zeitlich so eng, dass du aufstehen MUSST, ohne überhaupt wahrgenommen zu haben, wie es dir gerade eigentlich WIRKLICH geht. Vllt. stehst du dann auch im Autopilot auf, wie wenn du komplett von dir getrennt wärst.
Viele Menschen starten ihren Tag bereits im Funktionsmodus.
Dabei hat der Körper oft noch gar keine Gelegenheit gehabt, wirklich anzukommen.
Und ganz ehrlich?
Vielleicht liegt es gar nicht daran, dass du morgens zu wenig machst. Vielleicht braucht dein Nervensystem nicht noch eine weitere Morgenroutine, die du perfekt umsetzen musst. Nicht noch mehr Disziplin. Nicht noch mehr Selbstoptimierung. Nicht noch mehr Punkte auf deiner To-do-Liste.
Vielleicht braucht es zuerst etwas ganz anderes.
Einen Moment zum Ankommen.
Einen Moment zum Spüren.
Einen Moment, in dem du nicht sofort funktionieren musst.
Genau hier setzt eine somatische Morgenroutine an. Sie hilft dir dabei, den Übergang vom Schlaf in den Tag bewusst zu gestalten und dein Nervensystem sanft zu begleiten. Nicht, damit du noch leistungsfähiger wirst. Sondern damit du dir selbst begegnest, einen verbundenen Moment mit dir hast, bevor dich der Alltag wieder einholt.
Schon wenige Minuten machen einen riesigen Unterschied . Und nein, nicht weil sie dein Leben über Nacht verändern, sondern weil sie dich daran erinnern, dass dein Körper kein Hindernis ist, das überwunden werden muss- Er ist ein Ort, zu dem du immer wieder zurückkehren kannst. Dein Zuhause.
Inhaltsverzeichnis
Warum dein Nervensystem morgens besondere Unterstützung braucht
Warum diese Morgenroutine anders ist als klassische Morgenroutinen
Die 3 Elemente meiner somatischen Morgenroutine
Lymphmassage & tiefe Bauch- und Zwerchfellatmung
Somatisches Schütteln
Nachspüren und Integration
So integrierst du deine somatische Morgenroutine in den Alltag
Fazit: Starte den Tag nicht gegen deinen Körper, sondern mit ihm
Häufige Fragen zur somatischen Morgenroutine
Was ist eine somatische Morgenroutine?
Eine somatische Morgenroutine besteht aus bewussten Bewegungen, Atemübungen und Momenten der Körperwahrnehmung, die dich dabei unterstützen, regulierter und verbundener in den Tag zu starten.
Der Begriff somatisch bedeutet, den Körper von innen heraus wahrzunehmen. Es geht also nicht darum, wie eine Bewegung aussieht. wie beweglich du bist oder wie “gut” du sie machst. Entscheidend ist vielmehr, wie sie sich für dich anfühlt.
Im Gegensatz zu vielen klassischen Yoga- oder anderen Bewegungsformen steht nicht die äußere Form im Fokus, sondern die innere Erfahrung. Du arbeitest nicht daran, tiefer in eine Dehnung zu kommen oder eine Haltung zu perfektionieren. Du arbeitest daran, dich selbst besser zu spüren.
Genau deshalb gibt es bei einer somatischen Morgenroutine auch kein “richtig” oder “falsch”. Dein Körper darf sich bewegen, wie es sich heute gut anfühlt. Manche Tage fühlen sich leicht an, andere eher schwer. Und beides ist vollkommen in Ordnung.
Für mich ist genau das einer der schönsten Aspekte der somatischen Arbeit: Sie beginnt nicht mit der Frage, was du heute leisten solltest. Sie beginnt mit der Frage, wie es dir gerade WIRKLICH geht. Und gibt dir den Raum, das - egal, was sie Antwort ist - es absolut okay ist, genau wie es ist.
Du musst nicht immer glücklich sein oder dich an “good vibes only” orientieren (das ist aus Nervensystem-Sicht eh völliger Schmarrn! :D), sondern du darfst endlich mal mit allem da sein, was gerade in dir vor sich geht.
Warum dein Nervensystem morgens besondere Unterstützung braucht
Unser Nervensystem befindet sich morgens in einer besonderen Übergangsphase. Wir bewegen uns vom Schlaf in die Aktivität, von Regeneration in Handlung und von unserer Innenwelt langsam wieder in den Kontakt mit der Außenwelt.
Gerade in diesen ersten Minuten zeigt sich oft sehr deutlich, wie es unserem System aktuell geht. Vielleicht wachst du erschöpft auf, obwohl du lange geschlafen hast. Vielleicht fühlt sich dein Körper schwer an oder deine Gedanken beginnen sofort zu kreisen. Manche Menschen spüren schon beim Aufwachen eine innere Unruhe, ohne genau sagen zu können, warum.
Oft greifen wir dann direkt zum Handy, scrollen durch Social Media, lesen Nachrichten oder beantworten E-Mails. Unser Fokus richtet sich innerhalb weniger Sekunden nach außen, obwohl unser Körper noch gar keine Möglichkeit hatte, sich zu orientieren.
Besonders wenn dein Nervensystem über längere Zeit viel Stress erlebt hat, kann dieser Übergang herausfordernd sein. Vielleicht kennst du das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen oder schon morgens unter Druck zu stehen. Viele Menschen glauben dann, ihnen fehle Motivation oder Disziplin.
Dabei geht es häufig gar nicht darum.
Es geht um Regulation.
Unser Nervensystem braucht zunächst Orientierung und Sicherheit, bevor es sich auf die Anforderungen des Tages einlassen kann. Sicherheit bedeutet dabei nicht, dass alles perfekt ist. Es bedeutet vielmehr, dass dein Körper wahrnimmt: Ich bin gerade hier. Ich darf erst einmal ankommen. Ich bin sicher.
Genau dabei kann eine somatische Morgenroutine unterstützen. Sie schenkt deinem Körper einen bewussten Übergang zwischen Schlaf und Alltag und gibt deinem Nervensystem die Möglichkeit, nicht sofort in den Autopilot zu wechseln.
Vielleicht verändert das nicht immer deinen ganzen Tag.
Vielleicht verändert es aber die Art, wie du ihn begegnest.
Und hilft dir Stück für Stück wieder Tage zu ermöglichen, die sich nicht mehr nach ÜBERleben anfühlen. Sondern nach ERleben. Jeden Tag ein bisschen mehr.
Für wen ist eine somatische Morgenroutine geeignet?
Eine somatische Morgenroutine ist besonders hilfreich, wenn du morgens häufig erschöpft oder angespannt aufwachst, dein Nervensystem regulieren möchtest oder dir mehr Verbindung zu deinem Körper wünschst. Auch wenn du viel im Autopilot funktionierst oder das Gefühl hast, ständig nur noch auf Anforderungen zu reagieren, können schon wenige Minuten bewusster Körperwahrnehmung einen Unterschied machen.
Das Schöne ist: Du brauchst dafür weder Yoga-Erfahrung noch besondere Beweglichkeit. Du musst keine Stunde Zeit haben und auch keine perfekte Routine entwickeln. Es geht nicht darum, möglichst viel zu schaffen, sondern darum, einen kleinen Moment für dich selbst zu schaffen.
Vielleicht sind es heute fünf Minuten.
Vielleicht auch nur drei.
Und vielleicht ist genau das auch endlich mal vollkommen okay. 😊
Warum diese Morgenroutine anders ist als klassische Morgenroutinen
Wenn man heute nach Morgenroutinen sucht, bekommt man schnell das Gefühl, der perfekte Morgen müsse bis ins kleinste Detail geplant sein. Früh aufstehen im 5 AM Club, meditieren, journaln, Sport machen, kalt duschen, 20-Step-Skincare Routine, gesund frühstücken und am besten schon vor acht Uhr das Gefühl haben, den Tag komplett im Griff zu haben.
Vielleicht funktioniert das für manche Menschen wunderbar. Und wenn du dazu gehörst - good for you! Dann möchte ich dir das nicht madig machen.
Für viele andere entsteht dadurch jedoch vor allem eines: Druck.
Und wenn du das jetzt fühlst - dann lies unbedingt weiter!
Noch eine Routine, die man perfekt umsetzen sollte. Noch eine Liste, die abgearbeitet werden möchte. Noch eine Möglichkeit, sich selbst das Gefühl zu geben, nicht genug zu sein, wenn man sie einmal auslässt.
Eine somatische Morgenroutine verfolgt einen anderen Ansatz.
Sie fragt nicht: „Wie kann ich heute möglichst viel schaffen?”
Sondern: „Wie geht es mir eigentlich gerade und was brauche ich? Wie kann ich mich unterstützen?”
Vielleicht braucht dein Körper heute mehr Bewegung. Vielleicht braucht er Ruhe. Vielleicht helfen dir ein paar tiefe Atemzüge oder ein Moment des Nachspürens. Es geht nicht darum, jeden Morgen dieselbe Checkliste abzuhaken, sondern wahrzunehmen, was dein Körper heute wirklich braucht.
Genau das macht somatische Arbeit so besonders. Sie orientiert sich nicht an einem starren Plan, sondern an dir. An deinem Tempo, deiner aktuellen Kapazität und dem, was sich heute stimmig anfühlt.
Für mich ist das die schönste, reinste und verbundenste Form einer Morgenroutine.
Nicht eine, die mich optimieren möchte.
Sondern eine, die mich jeden Morgen wieder mit mir selbst verbindet.
Die 3 Elemente meiner somatischen Morgenroutine
In meiner persönlichen Morgenroutine, greife ich immer wieder auf diese drei Elemente zurück. Sie sind einfach, brauchen nicht viel Zeit und lassen sich wunderbar an unterschiedliche Tage anpassen.
Manche Morgen fühlen sich leicht an. An anderen Tagen bin ich müde, unruhig oder merke, dass mein Nervensystem noch etwas Unterstützung braucht. Genau deshalb liebe ich diese Routine so sehr: Sie ist keine starre Abfolge von Übungen, sondern eine Einladung, auf den eigenen Körper zu hören.
1. Lymphmassage & bewusste Bauch- und Zwerchfellatmung
Ich beginne meinen Morgen gerne mit einer sanften Lymphmassage in Kombination mit einer tiefen Bauch- und Zwerchfellatmung. Beides hilft mir dabei, bewusst im Körper anzukommen und den Tag nicht direkt mit Anspannung zu beginnen.
Die sanften Berührungen regen den Lymphfluss an und vermitteln gleichzeitig das Gefühl , wirklich mit dem eigenen Körper in Kontakt zu sein. Gerade Berührung ist für unser Nervensystem oft etwas sehr Regulierendes. Sie kann Sicherheit vermitteln und uns dabei unterstützen, den Körper bewusster wahrzunehmen.
Anschließend richte ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem und nehme erst einmal wahr wie ich atme. Dann lasse ich den Atem langsam bis in den Bauch und meine Rippenbögen fließen. So kann sich das Zwerchfell mit jeder Ein- und Ausatmung bewegen (über die Atmung nimmt unser Vagusnerv übrigens auch wahr, in welchem Zustand wir sind und ob Gefahr droht oder wir entspannen können).
Es geht dabei überhaupt nicht darum, besonders tief oder perfekt zu atmen. Viel wichtiger ist, den Atem wieder bewusst wahrzunehmen und ihm Raum zu geben.
Oft merke ich schon nach wenigen Minuten, wie mein Körper etwas weicher wird und sich innerlich mehr Ruhe und Verbindung zu mir ausbreitet.

2. Somatisches Schütteln
Nach dem ruhigen Ankommen darf Bewegung entstehen.
Eine meiner liebsten Übungen dafür ist das somatische Schütteln. Vielleicht kennst du das Gefühl, dich morgens noch angespannt/verspannt/steif/eingerostet zu fühlen. Der Körper fühlt sich schwer an, die Schultern sind angespannt oder du hast das Gefühl, noch gar nicht richtig wach zu sein.
Genau hier kann sanftes Schütteln unglaublich wohltuend sein.
Dabei geht es nicht darum, möglichst intensiv oder kraftvoll zu schütteln. Es darf leicht sein. Spielerisch. Vielleicht beginnen zuerst nur deine Hände oder deine Beine. Vielleicht entsteht daraus nach und nach eine Bewegung durch den ganzen Körper.
Ich finde es immer wieder spannend zu beobachten, wie unterschiedlich sich diese Übung anfühlt. An manchen Tagen möchte mein Körper sich kaum bewegen. An anderen Tagen entsteht fast wie von selbst mehr Lebendigkeit und Energie.
Und beides darf genauso wie es ist da sein.
Das Schöne an somatischen Übungen ist, dass sie nichts von dir erwarten. Sie laden dich lediglich dazu ein, neugierig wahrzunehmen, was gerade da ist.
Pro Tipp: das somatische Schütteln macht auch unfassbar gute Laune mit der eigenen Lieblings-Playlist. 😊

3. Nachspüren und Integration
Wenn wir über somatische Übungen sprechen, denken viele zuerst an Bewegung.
Für mich ist einer der wichtigsten Teile jedoch oft erst danach.
Nach dem Schütteln nehme ich mir bewusst einen Moment Zeit, um einfach wahrzunehmen. Ich schließe manchmal die Augen, atme natürlich in meinem Atemfluss weiter und frage mich:
Wie fühlt sich mein Körper jetzt an?
Hat sich etwas verändert?
Ist irgendwo mehr Weite entstanden?
Fühlt sich mein Atem anders an?
Oder ist vielleicht alles genau wie vorher?
Es gibt dabei keine richtige Antwort.
Manchmal spüre ich sofort einen Unterschied. Manchmal gar nicht.
Und auch das gehört zur somatischen Arbeit dazu.
Denn unser Nervensystem braucht nicht ständig neue Reize. Oft braucht es einfach einen Moment, um Erfahrungen überhaupt integrieren zu können. Dieses Nachspüren schenkt dem Körper genau diesen Raum.
Deshalb würde ich diesen letzten Schritt niemals weglassen.
Weil er genau für das steht, was somatische Arbeit so besonders macht:
Dass wir nichts leisten müssen, um mit uns selbst in Verbindung zu sein.

Meine somatische Morgenroutine als Video
Falls du die Übungen lieber gemeinsam mit mir machen möchtest, habe ich die komplette Morgenroutine auch als Video aufgenommen.
Du kannst sie ganz entspannt mitmachen, ohne darüber nachdenken zu müssen, welche Übung heute die richtige ist. Manchmal ist genau das die größte Erleichterung: einfach auf Play drücken und sich für ein paar Minuten begleiten lassen.
Das Beste: Diese 10 Minuten Morgenroutine unterstützt zeitgleich verschiedene Körpersysteme (lieeeben wir! 😅🙌) – und passt in jeden noch so vollen Kalender. ❤️
Probier die Routine einfach mal aus und lass mich super gerne in den Kommentaren wissen, wie sie für dich war.
Wie lange sollte eine somatische Morgenroutine dauern?
Diese Frage bekomme ich besonders häufig gestellt.
Und meine Antwort überrascht viele Menschen.
Ich glaube nicht, dass eine gute Morgenroutine besonders lang sein muss.
Wir leben ohnehin schon in einer Welt, in der wir ständig das Gefühl haben, noch mehr tun zu müssen. Wenn aus einer Morgenroutine plötzlich ein weiteres Projekt wird, geht oft genau das verloren, worum es eigentlich geht.
Deshalb dürfen fünf oder zehn Minuten vollkommen ausreichen.
Manchmal dauert meine eigene Routine etwas länger, weil es sich gerade gut anfühlt. An anderen Tagen nehme ich mir nur wenige Minuten Zeit, bevor ich losgehe.
Ich glaube sogar, dass eine kurze Routine, die wirklich in deinen Alltag passt, langfristig viel wertvoller ist als eine einstündige Praxis, die du nur selten schaffst.
Es geht nicht um Perfektion.
Es geht um Regelmäßigkeit.
Und vor allem darum, dir immer wieder kleine Momente der Verbindung zu schenken.
Häufige Fehler bei somatischen Übungen am Morgen
Der häufigste Fehler ist aus meiner Sicht, die Übungen möglichst gut machen zu wollen.
Viele Menschen sind es gewohnt, Bewegungen zu bewerten. Bin ich beweglich genug? Mache ich die Übung richtig? Müsste ich mehr spüren?
In der somatischen Arbeit spielen diese Fragen jedoch keine Rolle.
Viel wichtiger ist die Frage:
Wie fühlt sich das gerade für mich an? Und was möchte ich eigentlich tun?
Ein weiterer Fehler ist, zu schnell zu werden. Gerade wenn wir morgens wenig Zeit haben, möchten wir möglichst effizient sein. Unser Nervensystem reagiert jedoch häufig genau auf das Gegenteil. Langsamkeit gibt ihm die Möglichkeit, sich zu orientieren und wirklich wahrzunehmen, was gerade geschieht.
Und schließlich überspringen viele Menschen das Nachspüren. Dabei liegt genau dort oft der größte Wert. Nicht jede Veränderung muss sofort sichtbar sein. Meistens entsteht sie ganz leise - in dem Moment, in dem wir uns erlauben, einfach einen Augenblick bei uns zu bleiben.
So integrierst du deine somatische Morgenroutine in den Alltag
Vielleicht liest du diesen Artikel gerade und denkst:
“Das klingt wunderschön - aber ich habe morgens einfach keine Zeit.”
Dann möchte ich dir etwas mitgeben:
Eine somatische Morgenroutine muss nicht perfekt sein, um wirksam zu sein.
Vielleicht beginnst du mit drei bewussten Atemzügen, bevor du aufstehst. Vielleicht nimmst du dir zwei Minuten Zeit, bevor du dein Handy in die Hand nimmst und spürst in deinen Körper. Vielleicht schüttelst du deinen Körper kurz aus, während der Kaffee durchläuft.
All das kann bereits Teil deiner Routine sein.
Es geht nicht darum, einen perfekten Morgen zu erschaffen.
Es geht darum, deinem Nervensystem jeden Tag aufs Neue das Gefühl zu geben:
“Ich nehme mir einen kleinen Moment für mich.”
Und manchmal beginnt genau dort die größte Veränderung.
Somatische Morgenroutine oder somatische Abendroutine?
Vielleicht fragst du dich gerade, ob du dich zwischen einer somatischen Morgenroutine und einer somatischen Abendroutine entscheiden solltest.
Meine Antwort lautet ganz klar: Nein.
Beide Routinen verfolgen unterschiedliche Ziele und können sich wunderbar ergänzen.
Die somatische Morgenroutine unterstützt dich dabei, bewusst im Tag anzukommen. Sie hilft deinem Nervensystem, den Übergang vom Schlaf in den Wachzustand sanft zu gestalten und schafft einen Moment der Verbindung, bevor die Anforderungen des Alltags beginnen.
Die somatische Abendroutine verfolgt einen anderen Schwerpunkt. Hier geht es darum, den Tag langsam loszulassen, Anspannung abzubauen und deinem Körper zu signalisieren, dass er zur Ruhe kommen darf. Gerade wenn du abends schlecht abschalten kannst oder dein Gedankenkarussell nicht zur Ruhe kommt, kann eine Abendroutine sehr unterstützend sein.
Wenn du für deine Abendroutine Inspiration & Unterstützung suchst - hier findest du alle meine somatischen Abendroutinen in einer Playlist.
Wenn du gerade erst mit somatischen Übungen beginnst, würde ich dir empfehlen, mit der Tageszeit zu starten, die sich für dich am stimmigsten anfühlt.
Vielleicht brauchst du morgens einen sanften Einstieg in den Tag.
Vielleicht sehnst du dich abends nach mehr Entspannung.
Und vielleicht merkst du irgendwann, dass beide Routinen einen festen Platz in deinem Alltag finden dürfen.
Und hier kannst du auch generell nichts falsch machen.
Es geht darum, herauszufinden, was dir und deinem Nervensystem gerade wirklich guttut.
Fazit: Starte den Tag nicht gegen deinen Körper, sondern mit ihm
Vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis aus diesem Artikel gar keine einzelne Übung.
Vielleicht ist es die Erinnerung daran, dass du morgens nicht sofort funktionieren musst.
Wir leben in einer Welt, die uns oft vermittelt, wir müssten direkt produktiv sein. Schnell aufstehen. Schnell reagieren. Schnell leisten. Kein Wunder also, dass viele Menschen schon wenige Minuten nach dem Aufwachen das Gefühl haben, hinterherzulaufen.
Eine somatische Morgenroutine lädt dich zu etwas anderem ein.
Nicht schneller.
Sondern bewusster.
Sie erinnert dich daran, dass zwischen Schlaf und Alltag ein kleiner Moment liegen darf, in dem du zuerst dir selbst begegnest. Ein Moment, in dem du deinen Körper fragst, wie es ihm eigentlich geht, bevor du dich um alles andere kümmerst.
Und vielleicht verändert genau das mehr, als du im ersten Moment vermutest.
Nicht, weil du dann nie wieder gestresst sein wirst.
Sondern weil du eine neue Beziehung zu dir selbst aufbaust.
Eine Beziehung, in der dein Körper nicht länger etwas ist, das funktionieren muss. Sondern ein Ort, dem du wieder vertrauen darfst.
Vielleicht wirst du an manchen Tagen kaum einen Unterschied bemerken.
Und an anderen Tagen stellst du plötzlich fest, dass du gelassener reagierst. Dass du dich schneller wieder regulieren kannst. Dass du mehr bei dir bleibst, auch wenn der Alltag turbulent wird.
Und genau das ist Nervensystem Regulation.
Es muss nicht laut sein.
Nicht spektakulär.
Und es darf leise, ehrlich und Schritt für Schritt in deinem Tempo gehen.
Dein Nervensystem braucht keine Perfektion.
Es braucht Sicherheit.
Es braucht Wiederholung.
Und vor allem braucht es die Erfahrung, dass es immer wieder Momente gibt, in denen du dir selbst zuhörst.
Vielleicht beginnt genau dort die schönste Morgenroutine.
Nicht die, die dich optimiert.
Sondern die, die dich jeden Tag ein kleines Stück mehr nach Hause zu dir selbst bringt. ❤️
Wichtiger Hinweis ❤️
Somatische Übungen können dich unterstützen – ersetzen aber keine medizinische oder therapeutische Abklärung. Wenn du starke Beschwerden, akute Schlafprobleme, Panik/Trauma-Themen oder ungeklärte Schmerzen hast, hol dir bitte passende Unterstützung. Und wie immer: mach alles in deinem Tempo & in deiner Kapazität. Wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt, ist weniger immer mehr.

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Alles Liebe und fühl dich gedrückt!
Deine Franzi
💭 Häufige Fragen zur somatischen Morgenroutine
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Was ist eine somatische Morgenroutine?
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Alles Liebe
Deine Franzi




